von Antonia Schwingen

Bericht von der Veranstaltung Commons - jenseits von Markt und Staat

Unter dem Motto COMMONS – JENSEITS VON MARKT UND STAAT leiteten Sarah und Stefan Meretz am 26. Juli im Bonner Weltladen einen interaktiven Vortrag, in dem sie exemplarisch auf die Solidarische Landwirtschaft (SoLawi) eingingen.

Was ist ein Commons und wie machen wir etwas zu einem Commons? Wie gewinnt oder verliert ein Projekt die Eigenschaft, ein Commons zu sein? Kann ich mit einem Einzelhaushalt an einem Commons mitwirken? Sind Commons auf Nachhaltigkeit ausgerichtet? Mit diesen und vielen weiteren Fragen befasste sich die Gesprächsrunde am vergangenen Mittwoch im Weltladen.

„Commons“ umschreibt begrifflich einen sozialen Prozess rund um ein Gut bzw. eine Sache, im Zuge dessen sich eine Gemeinschaft selbst organisiert, um die gesagte Sache zu schaffen, zu erhalten und zu teilen. Die Mitglieder haben hierbei direkt mit dem Gut zu tun und sind nicht fremdbestimmt. Es geht um die gemeinschaftliche Befriedigung von Bedürfnissen, wobei jedoch keine anderen Bedürfnisse jenseits des eigentlichen Produkts eines Commons verletzt werden sollen.

Im Grunde sei das Zusammentreffen des heutigen Abends eine Art „temporäres Commons“, stellte Stefan Meretz nach der Vorstellungsrunde fest. Viele der Anwesenden sind selbst Mitglieder der Bonner SoLawi oder berichteten von beruflichen wie privaten Berührungspunkten mit Commons in verschiedenen Formen. So wurden unter anderem weitere Beispiele für Commons-Ansätze wie Creative Commons im Internet, das Prinzip des Foodsharings und Repair Cafés eingebracht.

Sarah Meretz lieferte einen Überblick über die Funktionsweise der Solidarischen Landwirtschaft, die repräsentativ für den Commons-Grundgedanken ist. Bereits im 5. Jahr verfolgt die SoLawi Bonn als eine von über 100 SoLawis in Deutschland das Ziel, als Wirtschaftsgemeinschaft zwischen Privathaushalten und landwirtschaftlichen Betrieben den Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Mensch langfristig zu erhalten. Auf mehr als 2 ½ Hektar Land mit zwei Höfen und sieben Depots organisieren sich die über 400 Mitwirkenden der SoLawi Bonn, ob als aktive Mitarbeiter oder als Konsumenten der Produkte. Aufgrund des Bedarfs an tierischem Dung für die Felder wurden außerdem Hühner angeschafft mit dem Nebeneffekt, dass das Bedürfnis nach Eiern befriedigt werden kann. Eine weitere Nebenauswirkung ist die Relokalisierung: Mit dem durch die SoLawi angebauten Getreide wird mittlerweile unter anderem eine regionale Bäckerei beliefert, die zuvor ihr Mehl aus Norddeutschland bezogen hat.

Ein Commons wie die SoLawi baut auf Engagement und einer starken Vertrauensbasis auf und schafft Gemeinschaftsgefühl. Grundsätzlich entstehen Commons aus dem Bedürfnis eines sozialen Miteinanders heraus und verfolgen in vielen Fällen das Ziel, durch nachhaltiges Denken und Planen in eine gute Zukunft für den Menschen zu investieren.

Weiterführende Links zum Thema auf der Seite zur Veranstaltung.

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