Vortrag mit Bildern und Berichten aus dem Projekt

Zeit: Mittwoch, 15. April um 19 Uhr
Ort: Weltladen Bonn, Maxstraße 36
Referentin: Anna Brunner (Weltladen Bonn e.V.)
Eintritt frei

Combrifol ist eine Kaffeekooperative aus Marcala, einer Grenzregion von Honduras (z.T. ehemals El Salvador). Der Anbau findet in besonders hohen Lagen von 1.300 bis 1.700 m statt. Die fruchtbaren Vulkan-Böden bieten eine hervorragende Grundlage für den Kaffeeanbau. Cafe DO Marcala (Honduras) war der erste Kaffee aus Lateinamerika mit geschützter Herkunftsbezeichnung. Das DO steht für Denominación de Origen, geschützte Herkunftsbezeichnung, und garantiert eine besonders hohe Qualität (Mindestwert 80 Punkte auf der Skala der US-amerikanischen Spezialitätenkaffeevereinigung SCAA).

 Die Kooperative COMBRIFOL besteht aus vier Mitgliedsgruppen in vier Landkreisen, in denen die insgesamt 600 Mitglieder organisiert sind. Sie bauen Kaffee, Obst, Mais und Bohnen an, züchten Fische und produzieren Honig. Bis 1992 gehörte das Gebiet, in dem sich die Kooperative befindet, zu El Salvador. Nach jahrzehntelangen Grenzstreitigkeiten zwischen Honduras und El Salvador wurden der Großteil der Region dann jedoch durch ein Urteil des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag Honduras zugeschlagen - plötzlich lag das Land der Bauern nicht mehr auf salvadorianischem, sondern auf honduranischem Staatsterritorium, was die Situation der Bauernfamilien nicht verbesserte. Schon vorher hatte die Region sehr unter dem Bürgerkrieg in El Salvador gelitten. Traurige Berühmtheit erlangte das Massaker am Grenzfluss Rio Sumpul, bei dem 600 Bürgerkriegsflüchtlinge von salvadorianischen und honduranischen Armeeeinheiten von beiden Ufern des Flusses aus erschossen wurden. Auch die Familie des Kooperativenmitglieds Atilio kam dabei ums Leben. Wie viele andere in der Kooperative sah er angesichts der Repression und der ausweglosen Lage der Menschen keine andere Möglichkeit, als sich der Guerilla anzuschließen.

Die Kaffeepflanzungen waren durch den Bürgerkrieg stark vernachlässigt. Die Kooperativenmitglieder haben sie in einem enormen Kraftaufwand wieder auf Vordermann gebracht. Das besondere am Kaffeeanbau hier: Während die Häuser der Familien auf über 1.800 Meter an der Straße liegen, muss man zu den Kaffeefeldern durch unwegsames Gelände 200 Höhenmeter absteigen. Und nach der Ernte müssen die schweren Säcke von den Bauern auf dem Rücken die steilen Pfade hinaufgetragen werden. Mit dem Erlös aus dem Verkauf ihres Kaffees hoffen die Kooperativenmitglieder nun, die Infrastruktur der Kooperative verbessern zu können.

Anna Brunner war mehrfach vor Ort und berichtet von ihren Erfahrungen und Erlebnissen. Erfahren Sie anhand eines konkreten Projektes, wie sich Fairer Handel ganz konkret auswirkt.

Mehr Informationen gibt es hier und hier.

Fotos und Teile des Textes: Heidelberger Partnerschaftskaffee, Abbildung der Kaffeepackung: El Puente.

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Dienstag, 26.03., 19:15 Uhr

Information

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