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Das Schuhprojekt LAERIS in Bujumbura

Vortrag mit anschließender Schuh-Präsentation

Zeit: 12. August 2015, 19 Uhr
Ort: Weltladen Bonn, Maxtr. 36
Referentin: Nicole Poissonnier
Eintritt frei

Ein Großteil der weltweit verkauften Schuhe wird in den Ländern China, Indien, Indonesien, z.T. auch in der Türkei, für große Hersteller gefertigt. Die Produktionsbedingungen stehen aktuell in einer Kampagne „change your shoes“ zur Diskussion.

Weitab von dieser Diskussion werden aus den gleichen Ländern oft die fehlerhaften und minderwertigen Produkte nach Afrika exportiert, insbesondere in Länder, deren eigene Wirtschaft durch Bürgerkriege und politische Querelen erst langsam anläuft.

Burundi z.B. ist ein kleines Land, seit 1890 deutsche Kolonie, die 1919 an Belgien abgegeben wurde.

Größte Wirtschaftszweige sind Landwirtschaft und Viehwirtschaft. Dabei hat das Land eine so große Bevölkerungsdichte, dass nicht genug Land zur Verfügung steht, damit alle davon leben können. Andere Erwerbszweige sind bislang nicht ausreichend ausgebaut. Exportgüter sind Kaffee (80%), Tee, Baumwolle und in geringen Maßen Lebensmittel.

Mit dem Ziel, eigene Produkte herzustellen, Arbeit zu schaffen und einen eigenen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung zu leisten, hat sich im September 2013 in Bujumbura, der Hauptstadt von Burundi, ein kleines Schusterei-Unternehmen gegründet. Das Unternehmen gab sich den Namen LAERIS. Die Unternehmensgründer wünschen sich, ein Beispiel geben zu können, das Mut macht, neue Initiativen umzusetzen und aufzubauen.

Da die Unternehmensgründer auf keinerlei Erfahrung in der Schuhverarbeitung in Burundi zurückgreifen konnten, wurden Lehrlinge eingestellt, und ein Meister aus Rwanda unter Vertrag genommen, der die Lehrlinge in verschiedenen Modulen anleitete. Das Gehalt wurde den Lehrmodulen entsprechend nach erfolgreichem Abschluss eines jeden Moduls aufgestockt. Mittlerweile arbeiten sechs gelernte Schuster und Schusterinnen in dem Unternehmen.

Leisten sowie Zuschneide-, Schleif- und Nähmaschinen wurden in Tansania, Kenia und Äthiopien eingekauft. Das Leder kommt vornehmlich aus Äthiopien, einer wichtigen Referenz in Sachen Lederverarbeitung in Ostafrika. In einer Werkstatt mit Verkaufsraum am zentralen Markt von Bujumbura werden die Schuhe sowie andere Lederartikel wie Gürtel, Geldbörsen oder Taschen seither gefertigt und gleichzeitig vertrieben. Vor allem für den lokalen bzw. regionalen Markt in Burundi, Rwanda und Ost DR Kongo. Hier müssen sie sich gegen ein wesentlich größeres Sortiment an industriell gefertigter Ware und Ware aus zweiter Hand durchsetzen. Die Kunden schätzen jedoch vor allem die Möglichkeit, ihre Schuhe mit individuellen Wünschen zu bestellen: Z.B. können sie nach Wunsch mit Ziernähten bestickt werden und Frauen können ihre Sandalen mit Stoffen oder Perlen passend zu ihrer Kleidung fertigen lassen.

Aktionen und Kampagnen